Radwanderung: Jüdische Spuren im Landkreis Dillingen a.d.Donau

Diese Radrundfahrt hat besonders jene Orte innerhalb des Landkreises Dillingen a.d. Donau zum Ziel, an denen heute noch jüdische Spuren sichtbar sind. Sie beginnt und endet in Lauingen (Donau). Sie kann aber auch von jedem anderen Ort an der Streckenführung begonnen werden.

 

Das Folgende will historisches Hintergrundwissen skizzieren und an den Sehenswürdigkeiten selbst ein Kurzführer sein.

 

Kartengrundlage:Landkreis Dillingen a.d. Donau - Mit dem Rad unterwegs. Maßstab 1:50.000. Ausgabe 1999.

 

Streckenführung:Lauingen (Donau) - Dillingen a.d. Donau - Steinheim - Höchstädt a.d. Donau - Sonderheim - Blindheim - Gremheim - Pfaffenhofen a.d. Zusam - Buttenwiesen - Unter- und Oberthürheim - Wertingen - Binswangen - Eppisburg - Holzheim - Weisingen - Lauingen (Donau)

 

Streckenlänge:ca. 55 km

 

Höhenunterschied:ca. 30 m

 

Einkehrmöglichkeiten:Siehe oben erwähnte Radwanderkarte.

 

Übernachtungsmöglichkeiten:Siehe oben erwähnte Radwanderkarte.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Die Gründung von Städten schuf - auch im Bereich des heutigen Landkreises Dillingen a.d. Donau - eine Voraussetzung für die Niederlassung von Juden. Im Rahmen des wachsenden Handels betätigten sie sich im Fern- und Nahhandel sowie im Geldverleih, der damals den Christen noch nicht erlaubt war.
Juden werden erstmals im Landkreis Dillingen a.d. Donau 1293 in den Städten Gundelfingen a.d. Donau, Höchstädt a.d. Donau und Lauingen (Donau) genannt; in Dillingen a.d. Donau erst ein halbes Jahrhundert später (1343).
Wie in anderen deutschen Städten, so ist auch die jüdische Geschichte im Landkreis Dillingen a.d. Donau geprägt von Aufnahme und Duldung, aber auch von Vertreibung.

 

Lauingen (Donau)

Diese wechselhafte jüdische Geschichte und ihre Spuren soll zunächst am Beispiel der Stadt Lauingen (Donau) aufgezeigt werden. Dort befand sich die bedeutendste jüdische Ansiedlung des Mittelalters in unserem Landkreis.
Die erste Verfolgung der Juden, nach ihrem christlichen Anführer "Rindfleisch-Verfolgung" genannt, ist für das Jahr 1298 nachweisbar. Obwohl für Lauingen (Donau) keine Nachrichten dieser reichsweiten Verfolgung überkommen sind, dürfen Maßnahmen gegen die Juden unterstellt werden. Doch schon 1324 sind wieder Juden für die Stadt bezeugt.

 

Kath. Spitalkirche St. Alban (Oberes Brunnental 1a/b)

Während der Pestzeit 1348 - 50 lastete man den Juden Brunnenvergiftung an. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt, wie dies in anderen Städten der Fall war, ihre Grundstücke mit den Häusern einzog und darauf das noch heute bestehende Spital gründete. Diese Stifung bestätige am 5. September 1350 der Augsburger Bischof Markward von Randegg. Es kann vermutet werden, dass an der Stelle der heutigen Spitalkirche St. Alban die Synagoge gestanden hat. In vielen Städten, wo dies quellenmäßig besser belegt ist, wurde nämlich am Platz der Synagoge eine der Gottesmutter geweihte Kirche errichtet. Das ehemalige Patrozinium der Lauinger Spitalkirche war ein Marienpatrozinium (heute: St. Alban). Seitz (1982, S. 140) spricht die Vermutung aus, dass die Quellfassung in der Krypta der Lauinger Spitalkirche auf ein kultisches, jüdisches Tauchbad (Mikwe) zurückgeht.

 

Zur Wiedererlangung der kultischen Reinheit war, gemäß der biblischen Überlieferung, aus verschiedenen Anlässen ein Reinigungsbad vorgeschrieben; beispielsweise nach der Heilung von bestimmten Krankheiten, nach der Berührung mit Toten oder bei Frauen nach der Menstruation (3. Mose 15, 5ff; 4. Mose 19, 19; 5. Mose 23, 12). Das mehr kultischen als der körperlichen Reinigung dienende Tauchbad hatte aus "lebendigem Wasser", insbesondere Fluß- bzw. Quellwasser, zu bestehen. Das Basin musste aus einzelnen zusammengefügten Steinplatten gebaut und am besten in die Erde eingemauert sein.

 

Im Spätmittelalter war der Judenschutz von Kaiser und Reich auf den jeweiligen Landesherren übergegangen. Weniger aus Nächstenliebe als aus steuerlichen Gründen nahmen sie Juden in ihrem Herrschaftsgebiet auf. Die Juden mussten nämlich hohe, jährliche Schutzgelder an ihn entrichten.
Seit 1367 wurden wieder Juden in Lauingen (Donau) durch Herzog Friedrich von Teck geduldet, der damals die Stadt als Pfand von den Herzögen von Bayern innehatte. Nach und nach ließen sich Juden in einer Gasse des Weberviertels nieder. Sie erhielt den Namen "Judengasse". 1882 wurde dieser Straßenname durch "Hirschstraße" ersetzt. Herzog Ludwig IX., der 1450 die Macht übernommen hatte, ließ die Juden aus den Städten und Märkten des Herzogtums Bayern-Landshut ausweisen. Wie bereits nach der Pestzeit von 1348/50, so wurde auch jetzt der jüdische Besitz dem Spital übergeben. Aus der Synagoge wurde ein "Bilgrinhaus" für Pilger und christliche, reisende Kauf- und Handelsleute.

 

Um 1550 ist wieder eine jüdische Gemeinde in diesem Bereich auszumachen. 1553 ließ Pfalzgraf Ottheinrich alle Juden aus dem Fürstentum Pfalz-Neuburg, zu dem Lauingen (Donau) seit 1505 gehörte, vertreiben. Erst unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (1614 - 53) war den Juden die Ansiedlung wieder gestattet. Relativ schnell konnte sich eine jüdische Gemeinde ausbilden, namentlich durch den Zuzug aus umliegenden Landgemeinden. 1636 waren in Lauingen (Donau) 58 Juden ansäßig. 1653 mussten sie die Stadt abermals verlassen.
Bemerkenswert ist, dass in der Judengasse kein reines Getto entstand, wie etwa in der Judengasse in Donauwörth. Es blieben nämlich noch einige christliche Familien hier wohnen.

 

Ein beredtes Zeugnis dieser Zeit stellt die ehemalige Synagoge bzw. Judenschule (Hirschstr. 18) dar. Im Mittelalter war für Synagoge der Begriff "Schule" verbreitet. Martin Luther übersetzte Synagoge mit "Judenschule". Heute wird das Gebäude im Volksmund "Seelhaus" genannt. Der stattliche, zweigeschossige Satteldachbau stammt aus den 16./17. Jahrhundert.
Das 1. Giebelgeschoss ist auf abgetreppten Konsolen über zwei Korbbogen vorgekragt; das 2. Giebelgeschoss über 3 Stichbogen auf Volutenkonsolen, wobei der jeweilige äußere Bogen breiter als der Mittelbogen ist. Der Mittelbogen und das obere Giebelfeld weisen eine Kielbogenluke auf.
Auf der nördlichen Traufseite kündet über der Rechtecktür eine unscheinbare Terrakottatafel in hebräischer Schrift die Inschrift "..." ["LCHS"]. Auf Deutsch heißt dies von rechts nach links gelesen: "Dies ist das Tor zum Herrn".

 

Die Tradition der Inschrift über der Eingangstür reicht bis in das Altertum zurück. Sie will an die Heiligkeit des Ortes erinnern. Hier greift die gängige Inschrift Psalm 118,20 auf. Eine Bronzetafel neben der Eingangstür verweist auf die Geschichte des Bauwerks.

 

Im Inneren ist bemerkenswert: eine zweiläufige Treppe mit Rokokobrettbalustern sowie ein tonnengewölbter Raum. Durch die Aufnahme von Architekturelementen, die auch sonst im Lauinger Hausbau anzutreffen sind, wie das Vorkragen der Obergeschosse, hob sich dieses Gebäude im Äußeren nicht von der üblichen Bebauung im Stadtgebiet ab. Im Gegensatz dazu steht die Synagoge in Binswangen, die weiter unten vorgestellt wird.

 

Dillingen a.d.Donau

Auch in Dillingen a.d.Donau sind Juden nachweisbar. Hier konnten sie sich bis zum allgemeinen Judenverbot durch Bischof Eglof von Knöringen im Jahr 1574 halten. Sichtbare Spuren aus dieser Zeit sind nicht überkommen.
Namentlich im vergangenen Jahrhundert und bis in die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts lebten wieder Juden in Dillingen a.d. Donau, z. B. 1867 2, 1890 19, 1900 7, 1933 3 und 1937 keine Juden.

 

Höchstädt a.d.Donau

Die Straßenbezeichnung "Judenberg" in Höchstädt a.d. Donau hält die Erinnerung an die dortigen jüdischen Bewohner heute noch wach. 1450 hatten sie dort die Stadt zu räumen. Unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (1614 - 53) ließen sich mitten im 30-jährigen Krieg zahlreiche Juden in Höchstädt a.d. Donau nieder.

 

Ihre Begräbnisstätte, die etwa ein halbes Tagwerk umfasste, befand sich jenseits der Landstraße auf der Höhe der Friedhofskirche St. Salvator.
Durch Dekret vom 7. April 1740 hatten sie binnen Jahresfrist Höchstädt a.d. Donau zu verlassen. In späterer Zeit lebten nur noch einzelne Personen mosaischen Bekenntnisses in Höchstädt a.d. Donau, z. B. 1910 nur ein Jude.

 

Buttenwiesen

Die namentlich im 15. Jahrhundert zu beobachtende Vertreibung von Juden aus den Reichsstädten und aus landesherrlichen Städten führte dazu, dass sie sich verstärkt in Landgemeinden niederließen. Dies bedingte, dass sich Juden neben dem Geldverleih auf den regionalen Handel konzentrierten, etwa auf den Hausierhandel und den Handel mit Vieh, besonders mit Pferden. Die Handelstätigkeit brachte nicht selten auch erhebliche Spannungen zwischen den christlichen Bewohnern und den "Ungläubigen oder Juden" mit sich. Den Juden war nämlich bis zur Einführung der Gewerbefreiheit in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die Erlernung und Ausübung eines Handwerks nicht möglich.

 

In zwei Gemeinden entwickelten sich stattliche Judengemeinden: in Buttenwiesen sowie in Binswangen.

 

In Buttenwiesen finden wir noch deutliche Spuren vor, die an die ehemals stattliche jüdische Gemeinde gemahnen. Juden lassen sich in Buttenwiesen erstmals zwischen 1561 und 1582 belegen. Ihre Ansiedlung war durch die Markgrafschaft Burgau entlang der Landstraße nach Mertingen und nach Wertingen gestattet worden. Dies hat eine besondere Ursache: Die Markgrafschaft Burgau beanspruchte nämlich diesen herrschaftlosen Raum unmittelbar neben der Landstraße, für die sie die Geleits- und Straßenhoheit innehatte.

 

Synagoge (Schulplatz 6)

Der zweigeschossige, längsrechtige Satteldachbau wurde 1857 anstelle eines 200-jährigen Vorgängerbaus neu errichtet. Im Inneren wurde er während der Reichskristallnacht 1938 zerstört. Der jetzige Zustand stammt aus dem Jahre 1954. Seit dieser Zeit dient das Bauwerk als Volksschule.

 

Judenfriedhof
Unweit östlich der Synagoge liegt der Judenfriedhof, der ursprünglich 1632 angelegt und 1741 erweitert wurde. Die ältesten Grabsteine, die im Südteil des Friedhofes liegen, stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Am Westrand des Friedhofes steht das frühere Leichenhaus und das ehemalige Badhaus(Schulplatz 8). Die beiden schlichten, eingeschossigen Kleinhäuser wurden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgeführt.

 

Wertingen

In Wertingen, wo Juden unter der Herrschaft der Familie Langenmantel (1348 - 1467) zahlreich bezeugt sind, treffen wir heute keine jüdischen Spuren mehr an.

 

Binswangen

Geschichtlicher Hintergrund

Die Anwesenheit von Juden in Binswangen ist ab 1525 quellenmäßig gesichert. Sie hatten sich mit Duldung des Herrschaftsinhabers östlich des alten Dorfes, an der Landstraße nach Wertingen, angesiedelt. Im Jahre 1864 betrug ihr Anteil an der Binswanger Gesamtbevölkerung 38,4 %. Durch die Abwanderung in die Städte und durch die Auswanderung in die USA sank die Mitgliederzahl ab. 1933 waren es nur noch 4,1 %. Am 27. Juli 1942 wurden die letzten drei Juden im Rahmen der Deportation aus Binswangen abgeführt. Auf Dauer kehrte nach dem II. Weltkrieg kein jüdischer Mitbewohner mehr nach Binswangen zurück.

 

Ehemalige Synagoge (Judengasse 3)

An der Stelle einer Vorgängersynagoge errichtete Leonhard Christa aus Zusamaltheim den Kultusbau 1836 und 1837. Als Vorbild für das Bauwerk in Binswangen diente die Synagoge in Ingenheim, jetzt Billigheim-Ingenheim (Landkreis Südliche Weinstraße; Bundesland Rheinland-Pfalz). Dort begegnet uns zum ersten Mal im Synagogenbau das maurische Motiv des Hufeisenbogens in den Fenstern und im Portal. Das ehemalige Gotteshaus ist heute die älteste der im neomaurischen Stil aufgeführten Synagogen in Deutschland. Der geringe Abstand zur anreinenden, dichten Bebauung war ursächlich, dass die Synagoge in der Pogrom-Nacht 1938 nicht in Flammen aufging. Der Landkreis Dillingen a.d. Donau erwarb 1987 den als Lagerraum genutzten Kultusbau. Nach der umfassenden Restaurierung wurde er am 20. Oktober 1996 als Begegnungsstätte "Alte Synagoge" eröffnet.

Besondere Beachtung an dem Sakralbau verdienen:

 Grossansicht in neuem Fenster: Ehemalige Synagoge in Binswangen Westfassade

Im Äußeren:

Durch die Verwendung von Architekturelementen, die sonst im Hausbau in Binswangen nicht anzutreffen sind, hob und hebt sich die Synagoge im Äußeren deutlich von der üblichen, örtlichen Bebauung ab. Dadurch wollte ein selbstbewusstes Judentum ihr Anderssein betonen. Im Gegensatz dazu steht die Synagoge in Lauingen (Donau) aus dem 16./17. Jahrhundert, die sich im aufgehenden Mauerwerk kaum von den umgebenden Häusern dieser Zeitstufe unterscheidet.

 

  • das Hauptportal aus Sandstein an der Westfasade.
    Dieses Portal diente als Eingang für die Männer. Durch die linke Tür betraten die Frauen die Synagoge, um dann auf der Empore Platz zu nehmen. Die rechte Tür führte ursprünglich ins "Gemeindezimmer". Es diente als eine Art Sakristei und als Besprechungszimmer.
  • die hufeisenförmigen Fenster
    Die Fensterreihe im Erdgeschoss wird mit einem Dreipass geschlossen.
  • der gotische Treppengiebel
  • die Gesetzestafeln als Abschluss des Treppengiebels.
    Sie wollen in besonderer Weise zu einem thoragetreuen Leben aufrufen.
  • die eherne Schlange als Bekrönung des Westgiebels
    Die eherne Schlange, die Moses in der Wüste aufrichtete, wird im Synagogenbau hier erstmals verwendet. Sie gilt als Symbol für Christus (vgl. Joh 3,14) und will gleichsam sagen: Aus unserem Volk ist Christus hervorgegangen.

Grossansicht in neuem Fenster: Ehemalige Synagoge in Binswangen Ostwand

 

Im Inneren:

  • der tiefgelegte Fußboden
    Er liegt bewußt tiefer als das Straßenniveau. Dadurch wird nicht nur ein höherer Innenraum erreicht, sondern auch Bezug genommen auf die Psalmstelle "Aus der Tiefe rufe ich zu Dir" (Ps 130,1).
  • die Nische in der Ostwand
    Sie zeigt die Ostung in Richtung Zionberg in Jerusalem an. Einst barg sie den Thoraschrein. Die Nische ist zur Mahnung an das im Dritten Reich Geschehene bei der Restaurierung leer gelassen worden.
  • die Ausmalung
    Über einem ockerfarbigen Sockel von 1 m Höhe folgt ein lichtes Grün-Blau. Es entsprach dem klassizistischen Farbempfinden. Zugleich verweist es auf den Himmel. Eine strenge geometrische Ornamentik ziert die Decke. Weichere, florale Formen beleben die Emporenbrüstung.
  • die Frauenempore
    Bereits im babylonischen Talmud findet sich die Forderung nach der Trennung von Männern und Frauen in der Synagoge. Gewöhnlich war in der Synagoge, so wir hier in Binswangen, die Empore den Frauen vorbehalten. Die Palmetten-Kapitelle, auf denen die hölzerne Empore aufruht, verstärkt den Eindruck des Andersseins.

Grossansicht in neuem Fenster: Ehemalige Synagoge in Binswangen Eingangsportal

Öffnungszeiten

Jeden 2. Sonntag im Monat von 14:00 - 17:00 Uhr und nach Voranmeldung beim Kulturamt im Landratsamt Dillingen a.d. Donau (Telefon 0 90 71/51-1 45; Frau Regensburger-Glatzmaier). Eintritt: 2,-- DM pro Person. Das Kulturamt gibt auch Auskünfte zu Veranstaltungen in der Begegnungsstätte "Alte Synagoge".

 

Neben der Synagoge erinnern an die Juden in Binswangen:

 

  • Ehemaliger jüdischer Friedhof (nördlich der Straße nach Wertingen)
    1663 angelegt, 1761 erweitert und 1763 erstmals mit einer Mauer umgeben; 1840 erneut vergrößert, 1924 und 1938 geschändet, 1940 zerstört, 1953 die Mauer z. T. wieder hergestellt und die Grabsteine wieder aufgestellt. Grabsteine des 19. Jh. bis 1935. Wenn ehemalige Juden aus Binswangen bzw. deren Angehörigen heute Binswangen besuchen, dann gilt ihr Besuch besonders dem "Haus des Lebens", das sich für den gläubigen Juden unsichtbar über dem Friedhof erhebt. Eine Besichtigung ist nach vorheriger Anmeldung möglich (siehe oben).
  • Ehemaliges Judenhaus (Hauptstr. 33)
    Von den zahlreichen noch vorhandenen jüdischen Häusern ist dies ein Beispiel eines ansprechenden, eingeschossigen Satteldachbaus der Biedermeierzeit um 1840/50. Die Fenster im Erdgeschoss sind oben mit dreipassbogig geschweiften Blenden gefasst und mit Halbpilastern flankiert. Der südliche Straßengiebel wird durch 4 große, korinthisierende Pilaster gegliedert. Dazwischen sind Rechteckfenster unter einer Halbkreisblende platziert. Das Giebelfenster belebt ein Halbkreisfenster.

 

Über Eppisburg - Holzheim - Weisingen - zurück nach Lauingen (Donau).

Fotos: Christian Maushart; Georg Wörishofer
Text: Georg Wörishofer

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