Fünf Jahre Pflegestützpunkt im Landkreis Dillingen a.d.Donau – eine Erfolgsgeschichte

Fünf Jahre Pflegestützpunkt im Landkreis Dillingen a.d. Donau - eine ErfolgsgeschichteBildquelle: Peter Hurler, Landratsamt Dillingen a.d.Donau
Blicken auf fünf erfolgreiche Jahre des Pflegestützpunktes im Landkreis zurück: v.l. Fachbereichsleiter Soziales Thomas Veh, Seniorenberatung Anna Hoffmann, Landrat Markus Müller sowie Fachkräfte des Pflegestützpunktes Martina Meitinger, Gerhard Lindel und Angelika Spinnler.

Vor fünf Jahren hat der Pflegestützpunkt des Landkreises Dillingen a.d.Donau seine Arbeit aufgenommen. Das niederschwellige, zentrale Beratungsangebot unterstützt Hilfesuchende unkompliziert, neutral und kostenfrei. Menschen jeden Alters, die pflegebedürftig sind oder eine Behinderung haben, sowie deren Angehörige können sich dort beraten lassen. Seit dem Start im Juli 2021 sind die Beratungszahlen stetig angestiegen. Im Jahr 2025 gab es insgesamt 933 Gesamtkontakte, im laufenden Jahr sind es bereits rund 500 Gesamtkontakte. „Die durchwegs positiven Rückmeldungen machen deutlich, wie wichtig es ist, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Belange der Pflege und der Pflegeversicherung im Landkreis Dillingen zu haben“, verdeutlicht Landrat Markus Müller.

Die Träger des Pflegestützpunkts sind der Landkreis Dillingen a.d.Donau und der Bezirk Schwaben unter der Leitung von Landrat Müller sowie die örtlichen Krankenkassen. „Pflegebedürftige Menschen sollen dabei unterstützt werden, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in der gewohnten Umgebung zu Hause zu führen“, beschreibt Müller das Ziel. „Pflegenden Angehörigen sollen Entlastungsangebote aufgezeigt werden, denn sie stellen eine tragende Säule in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen dar.“

Die Beratung durch die Fachkräfte Martina Meitinger, Angelika Spinnler sowie Gerhard Lindel erfolgt telefonisch, per E-Mail und im Büro in der Friedrich-von-Teck-Straße 9 in Höchstädt, in Einzelfällen auch bei Hausbesuchen. Es wird bei Gesprächen der persönliche Hilfsbedarf ermittelt, bei der Beantragung eines Pflegegrads, bei der Vorbereitung auf die Pflegebegutachtung oder beim Widerspruch und Information über die Leistungen der Pflegeversicherung unterstützt. Auch die psychosoziale Entlastung der Angehörigen und Betroffenen ist ein wichtiger Bestandteil der Beratung. Außerdem informieren die Fachkräfte über Betreuungseinrichtungen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen ihres Netzwerkes aus Sozialdiensten der Kliniken, Seniorenheimen, ambulanten Diensten und Behörden. Vor allem für Menschen, die selbst keine Hilfe organisieren können, weil sie physisch, psychisch oder kognitiv dazu nicht in der Lage sind, versuchen die Fachkräfte ein tragfähiges Netz zu spannen.

Auch an der Vernetzung kommunaler Strukturen ist der Pflegestützpunkt beteiligt. Ein Beispiel ist die Arbeitsgruppe „WeCare“, die zusammen mit den Kreiskliniken, Pflegeschulen und Senioreneinrichtungen ins Leben gerufen wurde, um junge Menschen für soziale Berufe zu gewinnen. Die „Tour de Care“, bei der Jugendliche mit dem Bus Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen kennenlernen, ist dieses Jahr wieder gestartet.

Zum Thema Demenz, das immer mehr Menschen betrifft, koordiniert der Pflegestützpunkt zusammen mit andere Akteuren Veranstaltungen im Rahmen der „Bayerischen Demenzwoche“.

Auch „Young Carer“, also Kinder und Jugendliche, die Geschwister, Eltern oder Großeltern betreuen und pflegen, sind oft allein gelassen. Mögliche Ansprechpartner an Schulen und in Jugendgruppen für deren Probleme und Bedürfnisse zu sensibilisieren, ist dem Pflegestützpunkt eine Herzensangelegenheit.

Über den Landkreis verteilt, finden zudem regelmäßige Vorträge für die Öffentlichkeit statt, unter anderem über die VHS mit dem Titel „Hilfe durch den Pflegedschungel“.