Sicherer Umgang mit toten Nagetieren - Das Gesundheitsamt informiert über den Infektionsschutz
Tote Mäuse, Ratten oder andere Nagetiere werden regelmäßig in Gärten, Kellern, Garagen oder Dachböden gefunden. Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass von Nagetieren und deren Ausscheidungen Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen werden können. Zu den möglichen Krankheitserregern gehören unter anderem Hantaviren, Leptospiren sowie die v.a. in Bayern vorkommenden Bornaviren.
Auch wenn das Infektionsrisiko insgesamt gering ist, so tauchten im Landkreis in jüngster Zeit unabhängig voneinander drei Fälle von Leptospirose auf, die leichte Symptome aufwiesen.
Tote Nagetiere sollten niemals ungeschützt angefasst oder beseitigt werden. Besonders gefährlich kann das Einatmen von aufgewirbeltem Staub sein, der mit Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten verunreinigt ist. Menschen, die im Wald, auf dem Feld oder im Stall arbeiten oder sich gerne in der Natur aufhalten, sollten ebenfalls besondere Vorsicht walten lassen. Auch Kinder sollten aufgeklärt werden, keine toten Mäuse, oder deren Ausscheidungen zu berühren.
Das Gesundheitsamt empfiehlt folgende Schutzmaßnahmen:
- Tote Nagetiere nicht mit bloßen Händen berühren, sondern Einmalmalhandschuhe tragen.
- FFP2- oder FFP3-Maske verwenden, um das Einatmen möglicherweise infektiöser Stäube zu verhindern.
- Vor dem Aufnehmen das Tier und dessen unmittelbaren Umgebung mit Haushaltsreiniger oder Desinfektionsmittel benetzen, um die Aufwirbelung möglicherweise infektiöser Stäube zu vermeiden
- Das tote Tier mit einer umgestülpten Plastiktüte aufnehmen (ähnlich Hundekotbeutel).
- Den Kadaver in einem sorgfältig verschlossenen Plastikbeutel über den Restmüll entsorgen.
- Die Fundstelle mit einem Haushaltsreiniger und ggf. Desinfektionsmittel reinigen. Trockenes Kehren oder Staubsaugen sollte vermieden werden, da hierbei infektiöse Partikel in die Luft gelangen können.
- Anschließend Handschuhe desinfizieren und abnehmen. Maske an den Bändern abnehmen. Handschuhe und Maske im Restmüll entsorgen
- Zum Schluss Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen.
Hantaviren werden vor allem über Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen, das Bornavirus hauptsächlich über die Feldspitzmaus. Leptospiren sind Bakterien, die insbesondere über den Urin infizierter Tiere verbreitet werden.
Wer nach dem Kontakt mit einem Nagetier oder dessen Ausscheidungen Symptome wie Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, grippeähnliche Beschwerden oder andere ungewöhnliche Krankheitssymptome entwickelt, sollte ärztlichen Rat einholen und auf den möglichen Kontakt hinweisen.
Das Gesundheitsamt bittet die Bevölkerung, beim Umgang mit toten Nagetieren die genannten Hygieneregeln konsequent einzuhalten. So lässt sich das Risiko einer Infektion wirksam minimieren.





