Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH saniert sich im Schutzschirmverfahren 

Dillingen a.d.Donau, 20. März 2025. Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH hat ein Schutzschirmverfahren eingeleitet und richtet sich mit ihren zwei Standorten für die Zukunft aus. Die Gesellschaft, vertreten durch die Geschäftsführung, stellte einen entsprechenden Antrag. Das Amtsgericht Nördlingen hat dem Antrag entsprochen und am 19. März 2025 die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Ziel ist eine Sanierung der gemeinnützigen Gesellschaft, um die wirtschaftliche Situation der Klinik zu stabilisieren und eine nachhaltige medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen.

Die Eigenverwaltung unter dem Schutzschirm ist ein gerichtliches Sanierungsverfahren zum Erhalt von Unternehmen. Die Geschäftsführung bleibt dabei im Amt, führt die Gesellschaft selbst durch das Verfahren und wird von externer Seite unterstützt. Sanierungsexperte Dr. Maximilian Pluta von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH wird zum Sanierungsgeschäftsführer bestellt, um den Restrukturierungsprozess gemeinsam mit Geschäftsführerin Sonja Greschner umzusetzen. Das Amtsgericht Nördlingen bestellte Prof. Dr. Martin Hörmann von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Sachwalter. Seine Aufgabe ist es, das Verfahren im Interesse der Gläubiger zu begleiten.

Am 14. März 2025 hatte der Kreistag des Landkreises Dillingen a.d.Donau die Umsetzung des Medizinkonzepts 2025 beschlossen. Der Landkreis als Träger der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH strebt mit dem Verfahren eine nachhaltige Lösung für die Klinik an den zwei Standorten in Dillingen und Wertingen an. Dieses Verfahren dient dazu, die Klinik zu sanieren und den Bürgern langfristig eine sehr gute medizinische Versorgung anzubieten – und zwar auf der Basis der vorliegenden Zielstruktur in Einklang mit dem geplanten Versorgungsverbund Nordschwaben.

Die Landkreise Dillingen a.d.Donau und Donau-Ries gehen bei der künftigen Gesundheitsversorgung in Nordschwaben einen gemeinsamen Weg. Einstimmig hatte der Kreistag am 14. März 2025 dem Konzept zum Aufbau einer strategischen Kooperation für einen Versorgungsverbund Nordschwaben zugestimmt. Damit reagieren beide Landkreise auf das noch im Jahr 2024 sowohl vom Bundestag als auch vom Bundesrat beschlossene Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das die Krankenhauslandschaft vor große Herausforderungen stellt und gleichzeitig neue Chancen für eine zukunftsfähige und effektive Gesundheitsversorgung eröffnet. Dabei soll schnellstmöglich flächendeckend eine wohnortnahe Notfall- und Grundversorgung unter Berücksichtigung der gesetzlichen neuen Vorgaben realisiert werden.

 

Notwendiger Schritt

Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH beschäftigt über 900 Mitarbeiter. Deren Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Die Verantwortlichen haben die Mitarbeiter über die aktuelle Lage informiert.

„Wir sind weiterhin für die Bürger im Landkreis Dillingen da. Der Betrieb läuft an beiden Standorten weiter, alle medizinischen Leistungen werden wie gewohnt erbracht. Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt notwendig und richtig ist, um die Kreisklinken Dillingen-Wertingen gGmbH langfristig als starke Gesundheitseinrichtung für die Region gemeinsam eingebettet in einem Versorgungsverbund zu erhalten und langfristig zu stärken“, erklärt die Geschäftsführerin der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH, Sonja Greschner. Beide Standorte der Klinik in Dillingen und in Wertingen sollen künftig noch enger zusammenwachsen. Es geht darum, dass sich die medizinischen Schwerpunkte sehr gut ergänzen und die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH eine optimale medizinische Versorgung für die Bürger gewährleisten kann und gleichzeitig die Strukturen hat, um nachhaltig zu wirtschaften.

Während die Klinik in Dillingen künftig das Profil eines Grundversorgers mit den Leistungsbereichen Notfallmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie & Geburtshilfe sowie Intensivmedizin erhalten soll, setzt man bei der Kreisklinik Wertingen auf einen sektorenübergreifenden Versorger und mit Blick auf den demografischen Wandel auf ein innovatives Zukunftsmodell mit einer Spezialisierung auf die Versorgung älterer Menschen in der Verknüpfung von stationär, rehabilitativ und ambulant. Das Zentrum für Altersmedizin mit den Leistungsgruppen Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie soll eine bedarfsgerechte Ergänzung um eine Geriatrische Rehabilitation, eine Tagesklinik, mobile Rehabilitation sowie eine Kurzzeit- und Überleitungspflege erfahren.

Für die Versorgung kleinerer, nicht lebensbedrohlicher Notfälle, wie z.B. starke Schmerzen, Prellungen, Knochenbrüche etc. soll eine medizinische Anlaufstelle geschaffen werden, idealerweise gemeinsam über die Medizinische Versorgungszentrum DLG MVZ gGmbH, 100%ige Tochtergesellschaft der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen, und mit der Kassenärztlichen Vereinigung, um dem tatsächlichen Versorgungsbedarf gerecht zu werden. Die Etablierung eines Facharztzentrums soll flankierend forciert werden.

„In den kommenden Monaten werden wir eine tragfähige Lösung erarbeiten. Wir müssen die Klinik so aufstellen, dass sie langfristig erfolgreich wirtschaften kann. Das ist unser Ziel. Wir werden beide Standorte erhalten“, so der Sanierungsgeschäftsführer Dr. Maximilian Pluta. Ein Restrukturierungsteam von PLUTA unterstützt die Klinik in den kommenden Monaten. Neben Dr. Maximilian Pluta arbeiten im Team Diplom-Betriebswirt Ludwig Stern, die Rechtsanwälte Florian Zistler, Markus Fünning, Daniel Barth, Peter Roeger sowie die Wirtschaftsjuristen Dennis Stroh und Celine Plaschke.

Der vorläufige Sachwalter Prof. Dr. Martin Hörmann von Anchor Rechtsanwälte erklärt: „Die Eigenverwaltung bietet Planungssicherheit für die Klinik und berücksichtigt gleichzeitig die Interessen der Gläubiger. In den kommenden Monaten werde ich die Fortführung und Sanierung im Sinne der Gläubiger begleiten.“

 

Über die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH

Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH mit ihren zwei Standorten Kreisklinik Dillingen und Kreisklinik Wertingen bietet eine wohnortnahe und zuverlässige medizinische Grundversorgung nach Versorgungsstufe 1. Die gemeinnützige Gesellschaft betreibt 299 Betten (Kreisklinik Dillingen mit 182 Betten und die Kreisklinik Wertingen mit 117 Betten) und beschäftigt über 900 Mitarbeiter. Träger der Gesellschaft ist seit 2004 der Landkreis Dillingen. Weitere Informationen unter www.khdw.de

 

Über PLUTA

PLUTA hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich herausfordernden Situationen. Wir unterstützen Unternehmen bei der Restrukturierung, bei Transaktionen sowie bei der Sanierung und Fortführung in Krisen oder Insolvenzsituationen. Bei Bedarf übernehmen PLUTA-Sanierungsexperten dabei auch Führungsfunktionen in Unternehmen. Seit Gründung 1982 ist PLUTA stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien. Mehr als 290 Kaufleute, Betriebswirte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsjuristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Ökonomen, Bankfachwirte, Buchhalter, Ingenieure und Fachkräfte für Insolvenzverwaltung, darunter viele mit Mehrfachqualifikationen, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. PLUTA gehört zur Spitzengruppe der Restrukturierungsgesellschaften, was Rankings und Auszeichnungen von INDat, JUVE, The Legal 500, Who’s Who Legal, brandeins, Wirtschaftswoche und Focus belegen. Weitere Informationen unter www.pluta.net

 

Über Anchor

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 14 Standorten und rund 150 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in- und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.

 

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