Landratsamt Dillingen bereitet sich auf größeres Hochwasserereignis an der Donau vor

Nach den aktuellen Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth bereitet sich der Führungsstab des Katastrophenschutzes im Landratsamt Dillingen auf ein Hochwasserereignis im Landkreis vor, das die Dimension des Pfingsthochwassers im Jahr 1999 erreichen kann.

Die Scheitelwelle wird an der Donau im Landkreis Dillingen derzeit für Sonntag, 2. Juni 2024, am späten Nachmittag erwartet. Bis dahin sind kontinuierlich steigende Pegelstände prognostiziert. Seit Mitternacht hat nach Mitteilung der LEW-Zentralwarte in Gersthofen der Aufstau an den Stauwehren mit der Ausleitung in den natürlichen Riedstrom begonnen.

Die Besonderheit der aktuellen Hochwasserlage besteht darin, dass drei Faktoren zeitgleich aufeinandertreffen:

  • Starke Niederschläge im Einzugsbereich der Iller und der Zuflüsse der Donau wie der Günz, der Mindel und der Kammel
  • Starke Niederschläge im Einzugsbereich der Donau auf Baden-Württembergischer Seite sowie
  • Überregional starke und flächendeckend anhaltende Niederschläge, so auch im gesamten Landkreis Dillingen

 
„Dies hatten wir in dieser Ausprägung so noch nicht“, betont Landrat Markus Müller, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Katastrophenschutzes im Landratsamt sowie den Hilfsorganisationen, insbesondere den örtlichen Feuerwehren, für ihren engagierten Einsatz sowie das frühzeitige um umsichtige Agieren dankt. So waren viele Wehren bereits am Freitagabend im Einsatz und haben über die Nacht hinweg insbesondere die Lage an den Zuflüssen zur Donau beobachtet. Zudem hat sich der Krisenstab bereits am Freitagabend im Landratsamt zu ersten Abstimmungen und vorbereitenden Maßnahmen getroffen.

Im Landkreis stehen bei der Feuerwehr in Dillingen zwei Sandsackabfüllmaschinen bereit. Unterstützung erfährt das Landratsamt zudem im Bedarfsfall von örtlichen Kiesunternehmen in Bezug auf die Bereitstellung von Sand.

In Kicklingen sind die Vorbereitungen für den Aufbau des Hochwasserschutzes angelaufen, ebenso in Gundelfingen zum Schutz des Kreissportzentrums und der Fa. Gartner. In Lauingen (Donau) wurden bereits gestern Abend 1.500 Sandsäcke an die Bevölkerung ausgegeben.

Wegen Überschwemmungen sind aktuell die Kreisstraßen DLG 32 Schwennenbach – Oberliezheim und die DLG 36 Oberglauheim – Schwennenbach gesperrt.

Nachdem von einer längeren Ausleitung von Donauwasser in den Riedstrom auszugehen ist, wird es auch zur zeitweisen Sperrung von Zufahrtsstraßen zu den Donaubrücken kommen. Darüber werden die Medien rechtzeitig informiert.

Zudem informiert das Landratsamt über aktuelle Entwicklungen über seine Homepage www.landkreis-dillingen.de.


Landratsamt Dillingen a.d.Donau, 1. Juni 2024
Peter Hurler, Pressesprecher

Drucken